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Meissen - Sachsens Gloria Teil 1

Porzellan, das weiße Gold, wurde seit Anfang des 13. Jahrhunderts von den europäischen Fürstenhöfen zu horrenden Preisen aus China importiert. Und keinem Spion war es gelungen, den Chinesen das Geheimnis der Herstellung zu entlocken. Da dient sich Anfang des 18. Jahrhunderts der Apothekergehilfe Johann Friedrich Böttger dem sächsischen Kurfürsten Friedrich August I. an und behauptet, aus Dreck Gold machen zu können. Und tatsächlich: Der Alchemist Johann Friedrich Böttger und der Naturforscher Ehrenfried Walther von Tschirnhaus) entschlüsseln unter der Leitung von Gottfried Pabst von Ohain und der Mitarbeit weiterer fachkundiger Berg- und Hüttenleute das Herstellungsgeheimnis. In der Mitteilung der sächsischen Hofkanzlei vom Januar 1710 wird in einem "allerhöchsten Dekret" in lateinischer, französischer, deutscher und holländischer Sprache, die Erfindung des Porzellans und die Gründung der Königlich-Polnischen und Kurfürstlich-Sächsischen Porzellanmanufaktur“ bekanntgegeben.

Briefmarke zum dreihundertjährigen Jubiläum
der Porzellanherstellung in Deutschland
(Quelle:Wikipedia.de)

Nach Erfindung der Hartporzellanglasur und der ersten Dekorfarben lässt der Kurfürst am 06.06.1710 auf der Albrechtsburg die erste europäische Porzellan-Produktionsstätte errichten.

Das Geheimnis zur Herstellung des ersten Hartporzellans wird natürlich weiterhin gehütet. Nur ein kleiner Kreis von Mitarbeitern ist mit der Rezeptur vertraut.

Gekreuzte Schwerter - Entstehung des ersten deutschen Markenzeichens

Schon bald versuchte man durch Kennzeichnung des Porzellans eine Garantie zu geben, dass Meissen der Herstellungsort war. Die Idee dazu lieferte chinesisches Porzellan, das mit Kaisermarken versehen wurde. So nimmt man denn auch zunächst das Monogramm AR (Augustus Rex- König August (bezogen auf Friedrich August I, Kurfürst von Sachsen). Seit 1722 gelten "Gekreuzte Schwerter" (die sächsischen Kurschwerter) als Herstellermarke des Meissner Porzellans (übrigens auch als erste Herstellermarke für einen Gebrauchsgegenstand in Europa). Nebenher gab es auch Variationen in der Darstellung, mit deren Hilfe man die Herstellungsperiode erkennen kann. Bis 1730 kamen auch handgemalte Buchstaben dazu, wie K.P.M. für Königliche Porzellan-Manufaktur oder K.P.F. Königliche Porzellan Fabrik. M.P.M. für „Meissner Porzellan-Manufaktur“.1731 wurde die Marke „Gekreuzte Schwerter“ auf Grund einer schriftlichen Anordnung vom kurfürstlichen Hof in Dresden festgelegt. Erst im Laufe der Jahre setzte sich das gebogene Schwert ohne Knäufe 1924 mit einem Punkt zwischen den Klingen durch. Und in der Marcolini - Periode (1774-1814 sächsischer Minister und Generaldirektor der Künste in Meissen) gab es einen sechsstrahligen Stern, unter den Schwertern oder zwischen den Parierstangen. Die Registrierung der Marken der Porzellan-Manufaktur erfolgte nach der Einführung des Reichsgesetzes zum Markenschutz in Deutschland am 20. Mai 1875. Die Handelsmarke „Meissner Porzellan“ wurden 1919 und 1985 registriert.

Ein Wort zu den Mustern

1739 entwickelte die Meissner Manufaktur ihr erstes eigenes Ornament. Das sogenannte Zwiebelmuster stammt ursprünglich aus Chinas Ming-Zeit um 1420, wird auch als Blauweiß-Porzellan bezeichnet. Das kobaltblaue Unterglasurdekor wurde das erfolgreichste Blaudekor der Porzellangeschichte überhaupt. Der Name ist irreführend, denn die „Zwiebeln“ waren ursprünglich Granatäpfel und Pfirsiche, die in China als Symbole der Fruchtbarkeit und Langlebigkeit galten. In der Meißner Manufaktur wandelte sich der Granatapfel dann irrtümlich zur Zwiebel. Auch die anderen Motive lassen sich botanisch nur ungenau bestimmen, weil schon die asiatischen Vorbilder zur Stilisierung neigten. Hauptmotive waren meist emporwachsender Chrysanthemenzweig, Bambusstaude und Rankengewächse. Außerdem die große Chrysanthemenblüte, auch eine geschlossen Blüte in Seitenansicht ist dargestellt. Die Kombinationen waren vielfältig und auf jedes Geschirrteil übertragbar. Im 19. Jh. wurden über 1000 verschieden Meissner Produkte mit Zwiebelmuster versehen.

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